Nachhaltige Planung von Jugendsport in Innsbruck

Wir erhalten momentan viel Feedback und Input zu diversesten Themen von Innsbruckerinnen und Innsbruckern. So zum Beispiel den folgenden Beitrag von Lukas zum Thema Jugendsport.
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Die Stadt Innsbruck besitzt unzählige Sportanlagen wie Fußballplätze, Beachvolleyballplätze, Tennisplätze etc. und investiert viel Geld in die Schaffung und Instandhaltung dieser.
Allerdings werden Randsportarten und Jugendsportarten sehr viel weniger beziehungsweise auf eine falsche Art und Weise gefördert.
Es gibt mehrere Beispiele von Sportstätten, welche aufgrund einer Fehlkonzeption brachliegen, was in den meisten Fällen an einer unzureichenden Planung beziehungsweise nicht ausreichender Einbeziehung fachkundiger Leute oder szenenahen Sportler_innen liegt.
Ein Beispiel dafür ist die stehende Welle für Kajak- und Surfsport.. Es wurden über 600.000 Euro in ein Projekt verschwendet, welches mit besserer Planung vermieden hätte werden können. Dass die Sill eine starke Schwankung von Wasservolumen und Schwebfracht besitzt, war nie ein Geheimnis.
Ein anderes Beispiel ist der Landhausplatz. Dieser wurde zu einer Oase für eine extrem schnell wachsende Skate- und BMX Szene, zieht international bekannte Sportler nach Innsbruck und ist als öffentlicher Platz der beste Outdoor Skatepark der Stadt, obwohl er nicht dafür gedacht war. Der Szene wird in Innsbruck keine wirkliche Alternative geboten. Der Tivoli Skatepark ist viel zu klein und überfüllt. Der Skatepark Reichenau, bestehend aus Fertig-Elementen, ist seit einem Jahrzehnt nicht mehr zeitgerecht und wird nicht genutzt. Selbiges gilt für den Skatepark Hötting West.
Das Skateareal nahe dem USI Gelände wird nur genutzt, da durch die Eigeninitiative der Szene fahrbare Obstacles geplant und gebaut werden.
Die Politik bezieht sich hier gerne auf die errichtete Skatehalle Innsbruck, welche allerdings im Sommer bei schönem Wetter keine wirkliche Alternative ist.
Durch eventuelle Verbote am Landhausplatz wird die Stadt der Situation nicht Herr werden, da jedes Jahr aufgrund der gegebenen Sportmöglichkeiten im Winter und Sommer dutzende neue Student_innen nach Innsbruck ziehen und auch die Zahl der jungen Nachwugssportler stetig steigt.
Daher sollte die Stadt in ein großes Skatepark Areal investieren um der Skate/BMW/Scooter/Inliner-Szene einen Treffpunkt und eine Alternative zu öffentlichen Plätzen bieten.
Als positive Beispiele sind hier Projekte wie der Skatepark Peitruss in Luxemburg, aber auch lokale Projekte wie der Cradle Skatepark Brixlegg oder der DIY Park Wörgl zu nennen.
Da nun BMX und Skateboarden olympische Disziplinen sind, lässt sich die „Sportstadt“ Innsbruck hier von kleinen Gemeinden vorführen.
Ein weiteres Problem sind die horrenden Preise für viele Hallen und Sportstätten, welche es vielen sportbegeisterten jungen Menschen unmöglich machen, gewisse Sportarten auszuüben.
Die jüngst errichtete Kletterhalle ist Anziehungspunkt für die ganze Szene geworden. Allerdings gibt es für junge Leute keine relevanten Preisnachlässe. Selbst Halbtageskarten wurden abgeschafft und durch einen Einheitstarif ersetzt. Ganz zu schweigen von den überteuerten Parkplätzen. Dies macht den Klettersport an dieser Stelle zu einem elitären Unterfangen.
Ein weiteres Beispiel ist der errichtete Crankworx Park in Mutters. Anstatt einer vernünftigen Betreuung und Veränderung des Kurses liegt ein Großteil des Areals zwischen den jährlich stattfindenden Events brach. Obwohl es in Innsbruck durchaus Spitzensportler dieser Szene gibt, die eine etwas entschärfte Variante des Kurses zum Training und zur Freizeitgestaltung nutzen könnten.
Anstatt also Unsummen an Geld für Olympia-Werbung oder Schaffung von unnötigen Sportstätten zu verschwenden, sollte die Stadt lieber mit den stetig wachsenden Sportszenen zusammenarbeiten und ein sinnvolles Fördermodell entwickeln, um allen Sportsparten eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen und zukünftigen Generationen ein wachsendes Angebot an Trainings- und Freizeitstätten zu bieten.

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