Zusammenleben ist keine Einbahnstraße – Maßnahmen zu einem gelingenden Miteinander in Innsbruck

In Innsbruck leben über 150 unterschiedliche Nationalitäten zusammen. Dementsprechend groß ist auch die Vielfalt an Sprachen und Erstsprachen, die in Innsbruck gesprochen werden.

Im Sinne eines gut gelingenden Zusammenlebens all dieser Menschen verschiedener Herkunft und Muttersprachen zeigt sich die Stadt durch verschiedene Maßnahmen bemüht, Integration zu fördern und Vielfalt sichtbar zu machen, etwa durch das Fest der Kulturen. Integration wird dabei oft als Bemühung in eine Richtung verstanden und eine der größten Herausforderungen im Zusammenleben besteht nach wie vor darin, Menschen mit Migrationshintergrund und anderer Erstsprache als Deutsch überhaupt erst zu erreichen und somit für Informationen und Maßnahmen empfänglich zu machen, insbesondere da, wo keine oder nur geringe Deutschkenntnisse vorhanden sind.

Gerade in Krisenzeiten wie etwa der Coronakrise offenbart sich, wie wichtig ein gelungener und institutionalisierter Umgang mit (sprachlicher) Vielfalt in beide Richtungen ist, allein schon um sicherzustellen, dass lebensnotwendige Informationen schnellstmöglich und verständlich verbreitet werden können. Dazu stellt sich die Frage, inwieweit die Stadt Innsbruck hier ein Konzept hat, das auf die sprachliche Vielfalt eingeht und auf das im Ernstfall zurückgegriffen werden kann. Besteht Zusammenarbeit mit Dolmetscher*innen und Übersetzer*innen in zumindest den wichtigsten Migrant*innensprachen? Gibt es Kontakte zu Kulturvermittler*innen in Institutionen und Vereinen, die im Notfall genützt werden können? Wie könnte die Präsenz von Kulturvermittler*innen und Multiplikator*innen in Stadtteilzentren gefördert werden? Erfolgt ein Austausch mit wichtigen migrantischen Medien zur Verbreitung von Informationen in den Communities?

Ein erfolgreicher Umgang mit Vielfalt in jede Richtung ist auch in Nicht-Krisenzeiten ein wichtiger und essentieller Beitrag zu gelingendem Zusammenleben. Denn Zusammenleben ist keine Einbahnstraße, sondern ein Begegnungsraum.

Forderungen dazu könnten sein:

  • Ausarbeitung eines Kommunikationskonzepts
  • Zusammenarbeit mit Dolmetschern und Kulturvermittler*innen, die auch entsprechend honoriert werden sollen
  • Migrant*innensprachen sichtbar machen (etwa auf der Homepage der Stadt, in Aussendungen etc, Bürger*innenservice?)
  • Zusammenarbeit mit migrantischen Medien

Birgit Hohlbrugger

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