Werbung, nein danke!

Werbung ist allgegenwärtig – und vielen Menschen ist sie ein Dorn im Auge. Im Internet benutzen sie deshalb den Ad-Blocker, auf dem Postkasten findet sich die Aufschrift „Keine Reklame bitte“ und im TV schalten sie weiter, sobald ein Werbeblock kommt. Werbung ist aber allgegenwärtig im öffentlichen Raum und wir entkommen ihr dort nicht. Dabei wissen wir auch gleichzeitig um die Manipulationskraft der Bilder. Von dieser Manipulation profitieren nicht zuletzt große Konzerne, deren Produktslogans und Schriftzüge die Atmosphäre einer Stadt und ihrerer Attraktivität beeinträchtigen.

Womit in Innsbruck aber geworben wird, entscheidet nicht die Stadt zu einem Großteil selbst. Innsbruck hat nämlich einen Generalplakatierungsvertrag mit einer privaten Firma. Nur das Recht via Dreiecksständer und Litfaßsäulen, Werbung anzubringen, vergibt die Stadt selbst. Die Stadt erhielt von EPAMEDIA im Jahr 2017 ca. 143.000€ für den Vertrag. Die Stadt weiß allerdings nicht, was der Gesamterlös der Firma ist. Das heißt auch, die Stadt Innsbruck weiß nicht, wie hoch der Entfall ist, der durch die Differenz der Direktvergabe und der Private-Public-Partnership entsteht. Innsbruck und die Innsbrucker*innen profitieren davon nicht. Einzig und allein die EPAMEDIA und die werbenden Firmen sind die Gewinner*innen.

Es geht aber auch anders: Unsere Partnerstadt Grenoble zeigt uns seit 2014 vor, wie es geht. In Grenoble lautet die Devise: Bäume statt Werbung. Um die Attraktivität der Stadt zu erhöhen. Der dortige Bürgermeister Eric Piolle geht davon aus, dass Werbung unsere Lebensqualität massiv einschränkt, also ließ er alle 326 Werbetafeln mit einer Fläche von 2051 Quadratmetern abbauen. Er löste auch den Werbevertrag mit der Firma JC Decaux. Er spricht beim Werbeverbot von der Befreiung des öffentlichen Raums. Ziel für die Regierung aus Grünen und Linken war es in Grenoble, eine menschengerechte Stadt zu schaffen, mehr Lebensqualität in unsere Partnerstadt zu bringen und mehr Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Nun ist die Idee eines Werbeverbots auch nicht neu: 1927 entschloss sich der Bundesstaat Hawaii dazu, Reklametafeln zu verbieten, andere Bundesstaaten zogen nach. Andere Bundesstaaten wie Vermont oder Maine zogen nach.

Eine Anfrage zu Werbung hatte die Alternative Liste bereits im November eingebracht. Wir fragen dieses Mal nach den Werbungen an Haltestellen, Bussen und Trams sowie nach Haltestellendurchsagen, mit denen das Casino Austria bei der Haltestelle „Triumphpforte“ beworben wird. Zur Werbung sagen wir Danke, aber nein Danke.

Thomas Hörl

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