Die Öffi-Lücke im O-Dorf und in Neu Rum schließen!

Die Einführung der neuen Straßenbahnlinien 2 und 5 brachten für viele Innsbrucker*innen und Rumer*innen eine gewaltige Umstellung. Denn diese neuen Linien ersetzen die Linie O, die meistfrequentierte Buslinie Innsbrucks, durch einen Straßenbahnbetrieb. Die neue Trassenführung der Straßenbahn entspricht nicht ganz der der aufgelassenen Linie O.

Das bemerken jetzt vor allem die Menschen in Rum. An Allerheiligen, das bisher von der Linie O bedient wurde, nun aber nicht durch die Tram erschlossen wird, hatte die Politik schon im Vorfeld gedacht und über die Linien H und LK einen Anschluss an die Straßenbahn organisiert. Für die Rumer*innen kam der Anbindungsverlust dagegen scheinbar vom heiteren Himmel. Da die neue Straßenbahn die Schleife über Neu Rum, Kugelfangweg und Kajetan-Sweth-Straße nicht wie der abgeschaffte O bedient, verschlechtert sich die Anbindungsqualität für die Menschen, die im Süden Rums und im Süden des Olympischen Dorfs wohnen. Das Hallenbad im O-Dorf und die neu errichtete Sportanlage haben keine so nahe Direktanbindung an das Innsbrucker Stadtzentrum wie bisher. Die Buslinie T, die dieses Gebiet nun noch erschließt, ist eine Tangentiallinie, fährt bislang im 30-Minuten-Takt und bietet allenfalls eine Direktanbindung an das Einkaufszentrum DEZ, den Westbahnhof, die Technik und an Völs. Der Vorschlag, die Anbindung dieses Gebiets durch einen Viertelstundentakt der Tangentiallinie zu verbessern, ist zwar gut gemeint aber nur bedingt nützlich. Denn wesentlich bleibt für diese Menschen eine Anbindung an das Stadtzentrum, die wird nun durch einen nötigen Umstieg weniger attraktiv gemacht. Das kann und darf als Kollateralschaden der neuen Trassenführung der Straßenbahn nicht hingenommen werden. Denn wer den Öffentlichen Personennahverkehr attraktivieren will, sollte jegliche Änderung der Linienführung so bewerkstelligen, dass niemand einen Nachteil durch die Umstellung erleidet.

In die Rossau, das Gewerbegebiet, das in direkter Nähe liegt, fährt neben der Buslinie T übrigens auch die Linie F. Diese fährt vom Flughafen über die Uni-Sportstätten, den Fürstenweg, die Klinik, den Hauptbahnhof, Dreiheiligen, den Südosten von Pradl über das Gewerbegebiet Rossau bis zum Baggersee. Bis ins O-Dorf wäre es von dort nicht mehr weit. Die Buslinie F könnte also wie die Linie T das Gebiet der alten O-Schleife von der New-Orleans-Brücke im Viertelstundentakt bedienen. Damit bekommen die Menschen, denen die nächstmögliche Direktanbindung an die Innenstadt durch die Auflassung der Buslinie O abhanden gekommen ist, eine neues Angebot. Dieses tritt keineswegs in Konkurrenz zur Straßenbahn, sondern schließt lediglich deren Lücken. Zudem hätte die Linie F den Menschen im O-Dorf neue zusätzliche Direktanbindungen zu bieten. Dazu ist jedoch auch die Kooperation der Gemeinde Rum notwendig.

Als Nutzer der neuen Straßenbahnlinien habe ich in den letzten Wochen viel Ärger miterlebt. Die Konvois von fünf Straßenbahnen hintereinander, die Langsamkeit und die ewig langen Wartezeiten, weil der ganze Tross gerade in die andere Richtung unterwegs war, waren entnervend. Mittlerweile hat sich das deutlich gebessert. Das Anbindungsdefizit muss allerdings noch behoben und die Ampelschaltung hat noch etwas Luft nach oben. Dennoch: Wer nicht gerade in Rum oder Allerheiligen wohnt, hat wenig Grund, dem O nachzutrauern. Ich jedenfalls erinnere mich nur zu gut an die überfüllten Busse. Das ist in der Straßenbahn deutlich besser. Wer sich über die Unpünktlichkeit der Straßenbahn beklagt, den bitte ich um einen realistischen Vergleich mit dem Bus. Auch der hatte Verspätungen. An dieses Level kommt die Straßenbahn mittlerweile heran.

Autor: Roland Steixner

https://www.meinbezirk.at/hall-rum/c-lokales/drei-varianten-fuer-anschluss-neu-rum_a3205683

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